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Ihr Lieben,

Uwe Tiedje hat mich nominiert, die nächsten sieben Tage jeweils ein Gedicht zu posten.
Die Aktion findet zwar auf Facebook statt, aber ich veröffentliche es dennoch auch hier. Entstanden ist es heute Morgen aus meinem französischen Notizen, die ich bereits für den nächsten Band der Sonnenkönigin sammele.

Anbei nun die deutsche ausformulierte Fassung.

Le baiser – der Kuss

Demoiselle, nun endlich zeigtet Ihr Erbarmen,
ruht nun sanft in meinen Armen,
Das Herz nicht länger mehr verschlossen,
Liegt in der Umarmung hingegossen.

Zunächst war es nur ein sanftes Wähnen,
Doch dann wurd’ es mir ein Hoffen, gar Sehnen,
Mein Widerstand schwindet, er wankt, er bricht,
Länger verneinen, das kann mein Herz nicht.

Das Rot der Koralle färbt Eure Lippen
Und kunden, versprechen ein tiefes Entzücken,
So blau wie des Himmels schönstes Azur
Strahlen und funkeln Eure Augen nur.

Von goldenen Schimmer, wie eine Krone
Euer gülden Haar auf Eurem Haupte throne,
Von Eure Liebreiz noch ist Eure Stimme,
Ich taumele, ich schwanke, mir schwinden die Sinne.

Sanft auf Eure senken meine Lippen sich,
Ihr bebt so zart, so inniglich,
Ein Kosten, ein Sehnen,
Ein Raunen, ein Wähnen,

Finger, die mein Haar durchgleiten,
Augen, die vor Lust sich weiten,
Sanft röten sich die schönen Wangen,
Künden von der Lieb’ Verlangen.

Doch da die Geliebte besinnt sie sich
Ein Kuss war versprochen, erinnert sie mich,
Selbst wenn ich werd’ verschmachten müssen,
Erlaub ich nur, meine Lippen zu küssen.

Ich werde warten, Geliebte mein,
Einst wirst du die meine sein.

(C) Louise Bourbon, 2017