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Ich habe ja gestern zum Gedenktag an die Hinrichtung des Königs Louis XVI mit der Challenge ausgesetzt. Deshalb heute die Frage zum 21. Januar:

Was hörst du während des Schreibens?

Die kurze Antwort: den französischen Barock rauf und runter. Ich möchte niemanden zu nahe treten, wirklich nicht, die Herrschaften Händel und Bach sind begnadete Künstler. Aber wenn man bedenkt, dass Bach geboren wurde, als Lully nur noch wenige Jahre zu leben hatte, sind die Anfänge sicherlich nicht der deutsche Barock.

Ich bin ohnehin immer wieder überrascht, was in Deutschland noch alles barock genannt wird, was aber eigentlich tatsächlich Rokoko ist. Und zwischen den beiden Richtungen gibt es tatsächlich große Unterschiede.

Entsprechend liebe ich die frühe barocke Musik Italiens und Frankreichs – und in Frankreich ist Monsieur Charpentier mein absoluter Favorit. Seine Musik ist nahezu magisch. Ihr wohnt ein Funke inne, der mir bei Lully fehlt – Das ist mir manchmal zu viel Handwerk, zu wenig Inspiration.

Unbedingt nennen möchte ich hier aber auch die leider viel zu unbekannten Künstler dieser musikalisch traumhaften Zeit: Henry DuMont. Wer? Ja, genau. Zum Glück gibt es einige Einspielungen in YouTube. Oder die wundervollen Airs oder sakralen Werke von Clérambault. Oder André Philidor. Kennt man nicht? Er war in seiner Zeit bekannt genug, das Begräbnis des großen Königs musikalisch unterstützen zu dürfen. Falls jemand ebenso wie ich in Tränen ausbrechen möchte: Musiques funérailles pour Louis XIV. Im übrigen ist es mir gleichgültig, wenn man mich dafür wieder einmal ein wenig belächelt.

Natürlich muss ich auf meine liebste Einspielung des Te Deum von Charpentier verweisen. Manch einer weiß ja, dass das Stück in meinem Buch von großer Bedeutung ist.

Den Kauf der CD kann ich jedem nur ans Herz legen. Die Einspielung ist wirklich ganz großartig, erinnert in nichts an die eher trägen Einspielungen der fünfziger und siebziger Jahre, sondern zeigt die ganze Macht seiner Musik.