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Ihr Lieben,

ich bin verhältnismäßig spät mit meinem Beitrag, weil ich gestehen muss, dass mich diese Zeilen ein wenig aufwühlen. Dabei klingt die Frage zunächst einmal ganz harmlos:

Welchen Schreibratgeber würdest du uns empfehlen?
Alternative: Sollest du keinen Schreibratgeber empfehlen können,
dann verrate uns, welches Buch du aktuell liest!

Gut, Teil eins ist rasch erledigt: Ich lese keine Ratgeber und kann deshalb auch keine empfehlen.

Also dann: welches Buch lese ich gerade?

Nun, nächste Woche nähert sich der Todestag des Königs Louis XVI. Wer mich kennt, weiß, was ich von der französischen Revolution halte: gar nichts. Das Thema ist zu komplex, um es nun in ein paar Zeilen zu fassen, doch es geht hier nicht um die Befreiung eines unterdrückten Volks. Und die Ermordung des Staatsoberhauptes kann ich ganz sicher nicht gutheißen, und noch weniger die menschenunwürdigen Bedingungen, unter denen man die königliche Familie gehalten hat. merkwürdig, nicht wahr? Ein System, das pro forma für Menschenrechte eintritt, tritt sie in einer Weise in Füßen, wie man sie in der französischen Monarchie suchen gehen kann.

Nun, kommen wir zu dem Buch zurück, das ich gerade lese. Es ist folgendes:

Ob eine deutsche Auflage existiert, weiß ich nicht, ich muss gestehen, ich habe nicht nachgesehen. Für mich ist es obligatorisch, das Original zu lesen. Und ich sagte gleich: für jemanden, der die französische Revolution für eine tolle Sache hält, ist dieses Buch ganz sicher nicht geeignet.

Kurze Zusammenfassung: Im Februar 1999 wird in Frankreich in der Nacht, heimlich und leise, wieder ein Bourbonen-Prinz zum König gekrönt. Dass die Reise des Prinzen dorthin nicht gerade einfach war, kann man sich vorstellen. Er wird verfolgt vom Innenministerium und ist eigentlich auf der Flucht. Und während er seinen Bericht zum besten gibt, werden immer wieder Szenen aus der französischen Revolution eingestreut.

Ich muss sagen, dass es genau diese Szenen sind, die es für mich unglaublich schwer machen, dieses Buch zu lesen. Raspail beschreibt zum Beispiel unglaublich plastisch die Plünderung der Königsgräber, die unglaublich rohe Gewalt, und ich muss sagen, in mir stehen da Bilder auf. Ich bin einige Male in Tränen ausgebrochen. Trotzdem ist es für mich natürlich eine Fundgrube, und das Erzähl-Talent des Autors muss ich einfach würdigen. Und deshalb werde ich auch weiter lesen, auch, wenn es mir sehr schwer fällt.