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#Autorenwahnsinn

Tag 01: Rückblick auf das Schreibjahr 2016

Ihr Lieben, eigentlich habe ich keine genaue Ahnung, wie ich hier beginnen soll, und das ist schlecht, denn in gängigen Schreibratgebern lernt man ja gern: der erste Satz ist der allerwichtigste. Habe ich Euch? Schön! Ich lese nämlich keine Schreibratgeber.

Nun, diejenigen, die mich kennen, oder die das, was ich bisher geschrieben habe, verfolgt haben, wissen, dass ich hier einer Herzensangelegenheit nachgehe. Ja, auch ich habe die typische Autorenbiografie: ich habe in der Schule schon geliebt, zu lesen und zu schreiben, nicht nur in Deutsch, sondern aufgrund meiner Wurzeln auch in Französisch. Bereits damals habe ich die Kreativität geliebt; so waren mir die typischen Erörterungen des Schulunterrichts ein Gräuel, während freie Aufsatz-Themen mir ein immerwährendes Vergnügen waren. In den Klassen neun und zehn wurde es dann endlich wirklich spannend: im Französisch-Unterricht begegnete ich Maupassant und seinen wundervollen Kurzgeschichten, die erste, La Ficelle, übersetzte ich, noch an der Schreibmaschine und mit dem Petit Robert bewaffnet, in einer Nacht.

Übersetzungen sind auch heute noch meine Passion, und auch, wenn es nicht das erste Projekt 2016 war, ist es das jüngste: die Übersetzungen der Märchen von Charles Perrault. Was einmal als eine Laune begonnen hatte, in einer kleinen Facebook-Gruppe, die zu leiten ich das Vergnügen habe, wurde im Laufe des Jahres ein Buch: Märchen des Versailler Hofes.

Auf diese Märchen bin ich aber eigentlich bei meinem Herzens-Projekt gestoßen, dass mein Leben seit mittlerweile fast 25 Jahren begleitet. Schon immer an französischer Geschichte interessiert, fasste ich im jugendlichen Alter von ungefähr 15 Jahren den leichtsinnigen Entschluss, eine Biografie über le plus grand Roy du monde (Das ist tatsächlich ein Buch-Titel, aber einer, der mir ausgesprochen gut gefällt) zu verfassen. Und ich stürzte mich mit Leidenschaft ins Quellenstudium. Da viele die Geschichte schon kennen, möchte ich mich hier kurz fassen: als ich immer mehr Abweichungen zur offiziellen Geschichte entdeckte, ließen mich diese Abweichungen nicht mehr los, und ich machte es mir zur Aufgabe, die wahre Geschichte zu entdecken und über diese zu schreiben. Das Ergebnis habe ich im Dezember 2015 unter dem Titel Die Sonnenkönigin, Frankreichs vergessene Königin noch als Self Publisher veröffentlicht.

Und dann saß ich da, mein gedrucktes Buch in der Hand, und wusste nicht mehr, wie es eigentlich weitergehen sollte. Facebook brauchst du, war der gute Rat aus dem Bekanntenkreis, und ich wehrte mich zunächst mit Händen und Füßen, denn ich war nicht eben als Freundin der sozialen Netzwerke bekannt.

Also meldete ich mich bei Facebook an, als nichts wissende Jungautorin, und suchte natürlich erst einmal Gleichgesinnte. Die fand ich, und zwar im Autoren_Netzwerk von Uwe Tiedje und Silvia Nagels, und dort fand ich nicht nur diese, sondern jede Menge an Hilfe für orientierungslose Autoren. Mittlerweile habe ich die Freude, mit meinen Kollegen zusammen dort Admin sein zu dürfen.

Also habe ich einige Freunde über dieses soziale Netzwerk gefunden, aber ich muss wohl nicht erklären, dass der Begriff Freunde bei Facebook recht relativ ist. Manche Begegnungen bleiben einem aber in Erinnerung, und man weiß auch noch ganz genau, wie und unter welchen Umständen die erste stattgefunden hat. Eine meiner teuersten Begegnungen war die mit meiner lieben Kollegin und Freundin Le. Alex Sax, auf die ich ungefähr im März letzten Jahres traf. Zusammengefunden hatten wir in der Tat über das Autoren Netzwerk, sie schickte mir eine Freundschafts-Anfrage, ich nahm an, und irgendwann ließ ich in Facebook meinen Unmut über eine Situation aus, die mir auf deutschen Straßen passiert war. Alex schickte mir zur Aufheiterung einen ihrer Minis. Ab diesem Augenblick war ich treue Leserin ihrer Webseite, und so manche Nacht haben wir mit erheiternden, aber auch nachdenklichen Chats über den Messenger verbracht. Und daraus entstanden dann auch gemeinsame Projekte, über die ich zuvor noch nie nachgedacht hatte. So haben wir beispielsweise unsere Protagonisten zu Interviews zusammengebracht, was immer wieder erheiternd ist, weil zwischen ihren und meinen Protagonisten ein Altersunterschied von mindestens 300 Jahren liegt.

Alex wundervolle Vampirgeschichten finden einige Hintergründe in der französischen Geschichte – wir haben also unsere Ideen gekreuzt, und Alex hat daraus diese Geschichten entwickelt. Ein augenblickliches gemeinsames Projekt sind unsere ziemlich skurrilen Märchen, die ebenfalls Gegenwart und Vergangenheit mischen. Genremix – ja, der macht uns riesigen Spaß!

Eine weitere Begegnung, an die ich mich noch gut erinnern kann, ist die mit Katharine Loster. Wir trafen unter einem Beitrag einer Kollegin zusammen, und es ging um eine zweite Leidenschaft: das Essen. Das erste, was ich ihr schickte, war ein französisches Rezept für Boeuf bourgignon – und lernte zum ersten Mal in meinem Leben Kinder Fantasy kennen.

Ihr Lieben, ebenfalls aus einer Laune heraus entschloss ich mich eines Tages, eine eigene Facebook Gruppe zu gründen, in der es um Herzstücke gehen sollte, Bücher und Texte, die uns am Herzen liegen. Das schöne an dieser Gruppe ist, dass ich weitere wundervolle Begegnungen schließen konnte – wenn ich diese jetzt alle nennen wollte, würde dieser Beitrag ja jetzt schon überschrittene Länge noch um ein weiteres überschreiten.

Deshalb bin ich irgendwann dazu übergegangen, auf diesem Blog Websites von Freunden vorzustellen, Menschen, die nicht nur schreiben, sondern auch anderweitig künstlerisch tätig sind, und deren Werke mich sehr beeindruckt haben. Die Seite wird regelmäßig ergänzt, so haben beispielsweise im Augenblick meine geschätzten Kolleginnen und Freundinnen Beatrice Hiu und Betty Lauterbach zwar Facebook, aber noch keine Webseiten.

Da einer der Punkte dieser Challenge auch lautet: Autorenhighlight des Jahres, möchte ich mich jetzt hier zurückhalten, aber das große Wunder im Jahr 2016 war für mich die Übernahme meines Herzensbuches durch den Verlag Lysandra Books, in dem nicht nur dieser erste Band, sondern auch kürzlich noch die Märchen des Versailler Hofes erschienen sind.

Und somit sind wir beim Erbe aus 2016: der zweite Band der Sonnenkönigin, der hoffentlich endlich ins Finale geht, denn ich habe sehr eigenwillige Protagonisten, die manchmal eher machen, was sie wollen, als das, was ich möchte. Im Augenblick werte ich gerade weitere RechercheErgebnisse aus, die dem Band 2 noch eine weitere Wendung geben werden. Deshalb werde ich die nächste Woche auch in Frankreich verbringen.

Ihr Lieben, habt Dank, dass Ihr bisher durchgehalten habt! Mein letzter Satz soll denen gelten, ohne die jeder Autor nicht existieren kann: seine Leser. Einige wunderbare Menschen habe ich auf Facebook, aber auch über diesen Blog hier getroffen, die nicht nur gelesen, sondern auch Rückmeldung gegeben haben, und einige wenige von ihnen sind mir tatsächlich Freunde geworden. Und dafür bin ich sehr dankbar.