Ihr Lieben,

manchmal wird es in meinem Buch lyrisch. Unnötig zu erwähnen, dass sich meine beiden Helden nicht nur Briefe, sondern auch Gedichte geschrieben haben. Sagen wir so: Der barocke Mann von Welt war durchaus in der Lage, sich den Weg ins Herz der Geliebten durch deren Ohren zu bereiten. Das folgende Gedicht gehört zu einer solchen Zyklus und wird Eingang finden in den nächsten Band.

Liebste, willst Dein Ohr mir leihen,
Tausend Wort’ will ich Dir weihen.
Für deine Lippen würd’ ich sterben,
Bedeuten sie doch mein Verderben.

In Schlaf versunken in der Nacht
Fesseln mich deiner Augen Macht,
Dies’ Azur hält mich gefangen,
Quält mich, entfacht glühend mein Verlangen

Will mich in deinen Armen wähnen,
Dein Name ist ein sanftes Sehnen
Will an deinem weißen Busen liegen,
Deine Arme sanft mich halten, wiegen.

Wirst du in meinen Armen ruh’n,
Will ich dir tausend Wonnen tun.
Sinke hin Geliebte mein,
Will deines Glückes Ursprung sein.

Verrät die zarte Röte deiner Wangen
Dein Begehr, Dein eigenes Verlangen,
Die rote Koralle deiner Lippen
Gibt Preis dein eigenes Entzücken,

Dann tu ich mit Leib und Seel’ den Schwur
Dir allein, mon coeur, gilt meine Liebe