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Das Château des Condés liegt in der Bourgogne, ungefähr vier Stunden Fahrt mit der Kutsche von Fontainebleau entfernt. Es gehört zu den Besitzungen des königlichen Cousins, der es liebt, sich hierher zurück zu ziehen, wenn der Hof ihn ermüdet. Der Hof ermüdet ihn schnell. Die Königinmutter hasst die Condés seit der Fronde. Und die Contys. Die Cousins haben sich einander wieder angenähert, langsam, aber jeder kennt den Wert des anderen. Der Prince de Condé ist verschwiegen. Louis XIV ist es auch. So passt die Allianz zusammen.

Nun hat der König Louise hierhergebracht, in das Schloss seines Verwandten, nahe genug an Fontainebleau, um schnell reisen zu können, weit genug weg, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Weit genug weg, hoffentlich, um nicht erkannt zu werden,  seinen Plan in die Tat umsetzen zu können.  Louise weiß nichts darüber, noch nichts. Er wird sie mit den Gegebenheiten konfrontieren, wenn alles vorbereitet ist.

In Blennes war er zuerst, hat den Priester aufgesucht, umsonst. Angeblich, so hörte er, sei der Herr dem Prince de Condé noch etwas schuldig.  Wie auch immer, Monsieur le Curé erkannte den König – vielleicht hätte er der König den Prinzen nicht erwähnen sollen, Kirchenmänner zahlen ungern ihre Schulden –  und lehnte ab.

«Das kann ich nicht tun, Sire, verzeiht. Eure Argumente sind durchaus nachzuvollziehen, aber die meinen auch. Das Sakrament der Ehe ist heilig, gleichgültig, aus welchen Motiven sie geschlossen wurde.»

Ängstlich erwartet der  Priester die Reaktion des Königs.

Dieser sieht den Mann gedankenvoll an.

«Ihr entsprecht nicht meinen Plänen», sagt der König dann langsam, «aber Ihr beweist Haltung. Und Standhaftigkeit. Das gefällt mir.»

Der König hinterlässt eine großzügige Spende. Der Priester schaut ihm nach, überlegt, schüttelt dann den Kopf.

Louis XIV  wendet sich weiter nach Saint Valérien, wenige Meilen  vom Château  entfernt. Die Gemeinde sei in Schwierigkeiten, heißt es, ein Geldsegen immer willkommen. Vielleicht wird Monsieur Le Curé hier entgegenkommender sein.