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Mes chers,

 

ich liebe die Facebook-Gruppen, in denen ich unterwegs bin, und meist liebe ich auch den Austausch dort. Doch eine Tendenz, die ich immer wieder feststellen kann, liebe ich nicht: diese Diskussionen Self Publisher versus  Verlagsautor.

Self Publisher sind ja keine richtigen Autoren,  ihre orthographischen Kenntnisse sind im besten Fall im unteren Drittel anzusetzen,  und da diverse Lektoren fünf Euro pro Normseite nehmen, hat ein Self Publisher selbstverständlich auch kein Lektorat. Was bedeutet das? Das Buch kann doch gar nichts sein. Da setzt sich glatt jemand an seinem Schreibtisch und bildet sich ein, schreiben zu können. Mit welcher Befähigung?  Weil Testleser, im Regelfall bestehend aus Mama, Papa, Kindern und der Katze, gesagt haben: das ist ganz fantastisch! In dir steckt ein neuer Ken Follett, oder was immer Ihnen gerade einfällt. So angespornt, setzt sich der kleine Self Publisher an besagten Schreibtisch und legt los.

Der Verlagsautor hingegen? Er zeigt, dass wirkliche Leidenschaft in ihm steckt. Läuft mit seinem Manuskript von Verlag zu Verlag, lässt sich von Lektoren auseinandernehmen, weiß, dass die Korrektur nicht nur die in Word ist. Und dann kommen die bösen Self Publisher und verlangen unverfrorenerweise  auch noch Werbeplatz. Werbeplatz? Geht nicht. Der ist doch nur für studierte Autoren gedacht!

Mes chers, Ironie wieder aus. Da steckt ein großes Korn  Wahrheit in dem, was ich schreibe.  Um es deutlich zu sagen: lediglich ein kleiner Teil der Verlagsautoren, die ich bisher kennen gelernt habe, ist so. Die meisten pflegen, wie es in einer solchen Gruppe auch ideal ist, eine schöne Gemeinschaft. Die anderen bitte ich, über folgendes nachzudenken: Generalisierung ist nie ein Maßstab. Wenn jemand so weit geht, dass er ein Buch fertig schreibt, es Korrektur liest oder Korrekturlesen lässt, es  lektorieren lässt, denn das tun einige und geben auch nicht wenig Geld dafür aus, und den ganzen steinigen Weg bis zur Veröffentlichung des Buches selbst geht,  dann hat derjenige eine Leidenschaft oder ein Anliegen. Er ist Autor, ob mit oder ohne Verlag.

Schade, dass der Buchhandel sich diese Perlen entgehen lässt. Ich habe viele wunderbare Bücher von wunderbaren Kollegen gelesen, die allesamt Self Publisher sind. Viele von ihnen haben nämlich einen guten Grund für dieses Schicksal. Im Regelfall liegt dieser Grund nicht  daran, dass sie schlecht sind.

Eben las ich einen Artikel, in dem  einige Stimmen aus dem Buchhandel zu Wort kamen und die Buchblogger ziemlich verrissen. Davor, lieber Buchhandel, hast du Angst? Davor, dass ein Blogger ein Buch empfehlen könnte, das nicht auf eurer Liste steht?  An Leseexemplaren mangele es, aber die Blogger würden reichhaltig bedacht.

Nun, Ihr Lieben. Leseexemplare von Self Publishern wollen einige von Euch nicht. Buchblogger schon. Und wir Self Publisher? Pardon,  dass auch wir verkaufen wollen.   Ich würde gern mit den Buchhandel zusammenarbeiten, aber dafür muss man Möglichkeit erhalten.

In anderen Facebook-Gruppen wird in letzter Zeit häufig über das böse Amazon diskutiert.  Nun, was soll ich sagen? Das böse Amazon verkauft unproblematisch mein Buch. Bitte, erspart mir Anmerkungen wie: das tut Amazon nicht aus Nächstenliebe. Das ist mir bekannt. Aber Amazon tut es.  Wesentlich  weniger schön finde ich folgende Tatsache: eine große Kette hat mich und mein Buch abgewiesen. Online aber ist es erhältlich. Dieses Geld ist die Kette also bereit, mitzunehmen.  Nicht sehr konsequent, finde ich.

Darf ich als Self Publisher eigentlich Bücher von Verlagen kritisieren? Natürlich, denke ich. Ihr Lieben, Autoren sind leidenschaftliche Leser. Ich auch. Ich gebe im Monat um die 300 € für Bücher aus, kaufe dafür aber keine Schuhe.  Und da ich für das Buch bezahlt habe, darf ich zu dessen Qualität auch etwas sagen.

Es gibt ausgezeichnete und weniger gute Bücher von Verlagen. Es gibt ausgezeichnete und weniger gute Bücher von Self Publishern. Manche haben sogar einfach Talent, andere eine Leidenschaft und manche sogar beides.

Und nun, meine Lieben, stelle ich mich der Herausforderung. Ich bin bereit, Bloggern, Buchhandlungen, Rezensenten mein Buch zur Verfügung  und mich Eurer Bewertung zu stellen.   Allerdings gilt folgende Regel: ich erwarte fundierte und konstruktive Anmerkungen. Ich habe keine Lust,  ein Buch hier zu verschenken, weil nun die kommen, die einfach gerne etwas umsonst haben möchten. Dafür ist mir mein Buch zu wertvoll.  Dafür ist mir meine Geschichte zu wertvoll. Dafür ist mir die Wahrheit zu wertvoll.

Votre Louise Bourbon – Self Publisherin  und richtige Autorin