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Mes chers,
Durch einen anderen Post zum Thema Verlag oder SP kam die Anregung auf, einen Beitrag zu meiner Erfahrung als Self Publisherin zu schreiben.

Liebe werdende Autoren, befasst Euch frühzeitig mit dem Thema, nutzt auch die sozialen Netzwerke. Das war nämlich einer meiner ersten Fehler: mich erst bei Autorennetzwerken anzumelden, nachdem ich bereits publiziert hatte.
Natürlich gibt es für die jeweilige Entscheidung gute Gründe. In meinem Fall habe ich damit begonnen, einen Verlag beziehungsweise einen Agenten zu suchen. Für diese Suche habe ich mir ein Jahr Zeit gelassen. Zur Self Publisherin wurde ich, weil ich zwar andere für mein Buch begeistern konnte, aber von mir verlangt wurde, meinen Titel um ungefähr 50 Prozent umzuschreiben. Dazu war ich nicht bereit. Ich habe mit meinem Buch ein Anliegen. Für dieses Anliegen ist es wichtig, dass die Geschichte genau so bleibt wie sie ist. Ich bin im Genre historischer Roman zu Hause, dennoch ist die Geschichte keine Fiktion.

Wer sich dazu informieren möchte, kann gern auf diesem Blog weiterlesen oder auf meiner Facebook Seite schauen:

https://www.facebook.com/ReyneSoleil/

Also Self Publisher. Nun ist es so, dass man von den Angeboten schier erschlagen wird. Ich habe mich also zunächst via Webseite der einzelnen Anbieter informiert. Für die Wahl meines Publishers waren folgende Punkte entscheidend:

– mein Kostenfaktor. Was muss ich ausgeben, um dieses Buch auf den Markt zu bringen? Bei meinem gewählten Publisher hat mir gefallen, dass man diverse Dinge als Zusatzangebot hinzu buchen kann, es aber nicht muss. So ist es durchaus möglich, entgegen der landläufigen Meinung, einen Lektor hinzuzubuchen. Außerdem kann man sich in dieser Hinsicht auch für einen freien Lektor entscheiden. Korrekturlesen ist natürlich auch hinzubuchbar.

– der Buchpreis. Das Buch muss einen akzeptablen Preis haben. Akzeptabel hieß für mich: was wären potentielle Leser bereit, für ein Buch auszugeben? Dann habe ich den Preis-Kalkulator bemüht. Die Auswahl des Produkts beeinflusst diesen, man kann beispielsweise zwischen Hardcover und Taschenbuch entscheiden.

– die Betreuung. Jeder dieser Self Publishing Verlage besitzt eine Info-Telefonnummer. Ich habe bei verschiedenen Anbietern mit vorbereiteten Fragen angerufen. Kriterien waren für mich unter anderem: Freundlichkeit, wie viel Zeit nimmt sich mein Gegenüber, sind nach dem Gespräch noch Fragen offen? Bei dem von mir gewählten Publisher hat das sehr gut funktioniert. Auf E-Mails erhält man im Regelfall am selben Tag noch Antwort, selten innerhalb von 24 Stunden.

Cover. Bei meinem Publisher besteht die Möglichkeit, ein vollständig eigenes Cover einzureichen. Das bieten sie nicht alle an.

Vertriebskanäle. Da habe ich festgestellt, dass man wirklich aufpassen muss. Bei markengebundenen Publishern ist ja klar, dass sie lediglich die eigene Plattform nutzen. Aber auch bei freien Publishern sollte man sich erkundigen, wo das Buch später gelistet werden wird und ob auch ein internationaler Vertrieb enthalten ist.

Ich habe bei meinem Publisher das Paket mit Betreuung gewählt. Auch das hat gut funktioniert. Fehler wie der Kapitelbeginn auf einer falschen Seite wurden sofort bemerkt und korrigiert. Der Publisher sendet zudem ein Ansichtsexemplar zu und korrigiert gegebenenfalls noch einmal. Über jeden Schritt innerhalb der Produktion wird man informiert.

Was hat nicht so gut funktioniert? Die Listung bei Amazon. Das Buch ist mit Erscheinungsdatum 05. Dezember eingetragen. Nun, zunächst war keine Abbildung vorhanden, und das für mindestens zwei Wochen nicht. Bis die Suche im Buch möglich war, verging eine weitere Woche.

Absolut abschreckend für meine Testkäufer war folgendes: Über einige Zeit war das Buch bei Amazon « nicht auf Lager, bestellen Sie jetzt und wir liefern, sobald der Artikel verfügbar ist. », dann wurde die Lieferzeit mit 9-12 Tagen angegeben. Vor Weihnachten war das extrem kontraproduktiv.

Eine Bestellung bei der Buchhandlung lieferte das Buch innerhalb von fünf, in einer anderen innerhalb von drei Tagen. Natürlich wird das Buch on demand gedruckt, das ist klar, doch es liegt schon ein erheblicher Unterschied zwischen drei Tagen (Minimum) und zwölf Tagen (Maximum). Man muss sich definitiv darüber im Klaren sein, dass man mindestens vier Wochen rechnen muss, bis Amazon das Buch auf Lager nimmt oder bis die Suche im Buch funktioniert. Das war bisher für mich das größte Manko.

Als Self Publisher muss man sich aus meiner Sicht über einige Dinge im Klaren sein: grundsätzlich macht man erst einmal alles allein. Deshalb heißt es Self Publishing. Heißt: Schreiben, an Worten feilen, Korrekturlesen, Lektorieren, das Cover, Auswahl des Formats, der richtigen Schriftart und wahrscheinlich noch etliche Dinge, die ich jetzt vergessen habe, macht man selbst. Unnötig zu erwähnen, dass all das ein hoher zeitlicher Aufwand ist. Und: es muss ja professionell gemacht werden. Schließlich ist das Ziel, das Buch in den Verkauf zu bringen.

Zudem darf man die Promotion nicht vergessen. Ich muss sagen, dass ich da mittlerweile einiges anders gemacht hätte. Beispielsweise habe ich mit meinem Blog viel zu spät begonnen. Ich habe mich auch viel zu spät informiert, über welche Kanäle ich in dieser Hinsicht gehen kann. Da bin ich für meine zweiten Titel nun schlauer geworden.

Negative Erfahrungen habe ich mit dem Buchhandel und einigen potentiellen Lesern – einigen, nicht allen! Viele haben es ohne Vorbehalt gelesen und mir gesagt, dass sie die Geschichte lieben –  gemacht. Bei manchen herrschen noch immer einige Vorurteile vor: Self Publishing bedeutet, dass es nicht gelungen sei, einen Verlag zu interessieren, oder das Buch sei per se qualitativ schlecht. Ich bin seit einigen Jahren schon in einigen Foren zum Thema Geschichte unterwegs. Was ich da kürzlich noch über das Thema Self Publishing lesen durfte, ging auf keine Kuhhaut. Natürlich, Self Publishing bedeutet: jeder kann veröffentlichen, bei einem Verlag ist das nicht so. Dennoch betrachte ich das nun als Herausforderung, auch oder gerade als Self Publisher überzeugen zu können.

Ich hatte zudem das Glück, mit einer Einkäuferin des Buchhandels sprechen zu können. Das hat mich tatsächlich desillusioniert, muss ich sagen. Natürlich ist der Buchhandel ein Business, vollkommen klar. Doch dass die Verlage schlussendlich für den Platz ihrer Bücher auf den Tischen oder selbst in der Bestsellerliste bezahlen, das war mir nicht bekannt. So bleiben viele kleine Bücherschätze mit Sicherheit unentdeckt.

Ich habe bisher mit Vorliebe den örtlichen Buchhandel unterstützt. Die kleinen unabhängigen Buchläden übrigens haben immer sehr positiv reagiert, wenn ich sie gebeten habe, mein Buch aufzunehmen. Der Vorteil des InternetHandels für uns Self Publisher ist aber ganz klar: man wird in das Sortiment aufgenommen. Amazon fragt nun einmal nicht, ob ich Self Publisher bin.

Ob ich es beim nächsten Mal anders machen werde? Ich muss zugeben, dass ich da noch keine Entscheidung getroffen habe. Vielleicht mache ich es wie beim letzten Mal: ich versuche, innerhalb einer gesetzten Zeit einen Verlag zu finden, und wenn das nicht gelingt, bleibe ich Self Publisherin.

Was ich aber in jedem Fall anders machen werde: ich werde mich trauen, eher und früher um Hilfe zu bitten. Anfänglich ist es mir schon schwer gefallen, Menschen in meinem Umfeld zu bitten, testzulesen. Wenn ich beispielsweise noch einmal über einen Klappentext grübele, werde ich mich an die Kollegen und Leser wenden.

Mes chers, bitte bedenkt, dass das hier lediglich mein Erfahrungsbericht war. Andere werden andere Erfahrungen gemacht haben. Noch etwas fällt mir gerade ein: für manche ist Self Publishing deshalb das gewünschte, weil die Margen angeblich höher sind.  Das, meine Lieben, war für mich absolut kein Beweggrund.

Ich kann aber nur jeden Self Publisher raten, bitte professionell vorzugehen. Möchtet Ihr Bücher lesen, in denen es vor Rechtschreibfehlern nur so wimmelt? Die Sätze so verdreht sind, dass man sie kaum verstehen kann? Es gibt freie Lektoren, Korrektoren… Über diese Investition sollte man wirklich nachdenken. Ich habe selbst Korrektur gelesen und denke, dass ich dies gut gemacht habe. Als Germanistin habe ich mir das durchaus zugetraut, aber es war extrem mühselig, höchst konzentriert einen Text zu lesen, den man so gut kennt wie den eigenen. Aber gerade, weil man für den eigenen Text recht blind ist, halte ich Korrektorat und Lektorat für unerlässlich.

Zum Abschluss aber möchte ich sagen: nach 20 Jahren der Recherche und etlichen Jahren des Schreibens habe ich es geschafft. Mein Buch ist ein Buch. Und darauf, finde ich, kann ich stolz sein.

Votre Louise